Bin nicht mehr zu haben!

Die Gemeinde Illingen im Saarland feierte mit einer aufregenden Abrissparty den Startschuss für die Neugestaltung ihrer Innenstadt. Derzeit werden Verwaltungs- und Produktionsgebäude auf dem 40.000 Quadratmeter großen Gelände einer ehemaligen Fleischwarenfabrik direkt im Zentrum abgetragen, um Raum für ein besonderes Ortsmittenkonzept zu schaffen. Neben einem neuen Marktplatz, einer Einkaufsgalerie, Flächen für Büros und Gewerbe wird auch ein Pflege- und Seniorenheim entstehen, direkt über eine inszenierte Treppenanlage an den Bahnhof angeschlossen.

Schon länger kümmert sich die Gemeinde um ein aktives Leerflächenmanagement und besetzt hier die überregionale Pionierrolle. Mit mutigen Kampagnen („Bin zu haben“ oder „Ich bin als nächstes dran“) konnte eine Sensibilisierung in den Köpfen der Bevölkerung erreicht werden. Ein Zentrumskümmerer mit eigenem Büro ist in Illingen seit Jahren Realität. Auch der Kampf gegen ein großes Einkaufszentrums in der grünen Wiese wurde durch intensiven Einsatzes der politisch Verantwortlichen vorbildhaft abgewendet. Der größte Knackpunkt der Innenentwicklung war aber mit Abstand das Projekt rund um das seit 2001 leerstehende Fabriksgelände, das sogenannte Höll-Areal.  In einem wahren Ideenfestival etwickelten Bürgerinnen und Bürger mit der nonconform ideenwerkstatt  neue Nutzungskonzepte und Gestaltungsvorschläge für die Zukunft des Stadtzentrums mit Schwerpunkt auf Nachnutzung der alten Fleischwarenfabrik. Ein gemeinsames, großes Ziel wurde zum Motor für Entwicklung und Umsetzung.

Von Beginn an wurden neben dem Firmenareal angrenzende Plätze und Stadträume in die Ideenfindung miteinbezogen, um die Chance zu einer allgemeinen Neugestaltung zu nutzen. Das Ergebnis der ideenwerkstatt wurde in der Folge in einzelne Bauabschnitte zerlegt und von regionalen Architekten mit den jeweiligen Investoren umsetzungsreif weiterentwickelt.

„Seit der Abriss-Party verändert sich das Gesicht der Illinger Ortsmitte jetzt von Tag zu Tag. Immer mehr Ruinen des Höllgeländes sind verschwunden und erste sichtbare neue Räume sind begehbar. Ein attraktives neues Stadtviertel im Zentrum entsteht, ein Magnet für das ganze Illtal. Es wird alles anders und wir zeigen ein neues Konzept vor, wie man Ortsmitten gestalten kann. Zurück zu den Wurzeln: Wohnen, Einkaufen, Arztbesuche, Kneipe, Essen und Trinken – alles auf kurzem Weg mitten im Zentrum. Und über Treppe und Aufzug gehts zu Bahn und Bus. Es ist ein innovatives Generationen-Konzept. Danke an das nonconform Team, das gemeinsam mit uns Bürgerinnen und Bürgen diesen großartigen Zukunftsentwurf entwickelt hat,” sagt Bürgermeister Armin König.

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